Engagements der Lebenshilfe Neuss im Rahmen der Gemeinwesenarbeit

Aus diesen Gründen engagiert sich die Lebenshilfe Neuss e.V. in verschiedener Hinsicht im Rahmen des Gemeinwesens, insbesondere in den Bereichen/Projekten:

Martin-Luther-Haus

Menschen mit und ohne Behinderungen leben oft nebeneinander her und begegnen sich viel zu selten. Die Folgen sind häufig Unsicherheiten im Umgang miteinander.

Mit dem Projekt »Martin-Luther-Haus« schafft die Lebenshilfe Neuss e.V. in Kooperation mit der evangelischen Christuskirchengemeinde eine Verbindung, um Kontakte zwischen Menschen mit und ohne Behinderung zu ermöglichen.

Schon lange gibt es Verbindungen dieser Art: seit über 40 Jahren treffen sich Menschen mit und ohne Behinderungen in den Neusser Pfarren Pius und Einstein.

Angebote der Lebenshilfe Neuss e.V. und insbesondere der »Offenen Hilfen« finden statt im Martin-Luther-Haus auf der Drususallee 63 in der Neusser Innenstadt. Einige davon werden im Laufe eines Jahres gemeinsam mit den ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeitern/innen der Christuskirchengemeinde durchgeführt:

Viele Gruppen treffen sich darüber hinaus in den Räumen des Martin-Luther-Hauses und im Café F(l)air zum Brunchen, Singen, Basteln und Reden. Auch mehrere Nachmittags-Betreuungsgruppen für integrativ beschulte Kinder werden hier angeboten.

Im »integrativen Freundeskreis«, der sich regelmäßig zum Austausch und zur Planung von Aktivitäten trifft, wird die gemeinsame Arbeit geplant. Wenn Sie Interesse haben, hier aktiv zu werden, dann laden wir Sie gerne zu den Treffen ein. Die Termine erfahren Sie über die »Offenen Hilfen« oder im Programm.

Kinder- und Jugendzentrum Allerheiligen

Im März 2013 hat die Lebenshilfe Neuss ein Kinder- und Jugendzentrum sowie eine integrative Tageseinrichtung für Kinder in einem Neubau in Neuss-Allerheiligen eröffnet. In der Tageseinrichtung für Kinder werden in vier Gruppen insgesamt ca. 80 Kinder betreut. Aufgenommen werden Kinder ab zwei Jahren bis zur Einschulung. Kinder mit und ohne Behinderung können hier gemeinsam betreut werden.

Bei der Kinder- und Jugendeinrichtung handelt es sich um eine »Offene Tür«, die für die Kinder und Jugendlichen des Stadtteils zur Verfügung steht. Die Öffnungszeit erstreckt sich auf fünf Tage in der Woche und Einzelveranstaltungen an den Wochenenden.

Die Räumlichkeiten der Kinder- und Jugendeinrichtung stehen für den Stadtteil auch zur Durchführung von Jugendverbandsarbeit sowie anderen Veranstaltungen nach Rücksprache mit der Einrichtungsleitung zur Verfügung (Tel.: 02137  7 86 40 01).

Lebenshilfe-Familienzentrum Sonnenblume

Informationen zum Familienzentrum finden Sie auf der Homepage des Familienzentrums.

Lebenshilfe-Familienzentrum Am Baldhof

Informationen zum Familienzentrum finden Sie auf der Homepage des Familienzentrums.

Lebenshilfe-Familienzentrum Marienburg

Informationen zum Familienzentrum finden Sie auf der Homepage des Familienzentrums.

Gemeinwesenarbeit


Grundlegendes Arbeitsprinzip sozialer Arbeit

Das Fachlexikon der sozialen Arbeit des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge definiert Gemeinwesenarbeit als eine sozialräumliche Strategie, die sich ganzheitlich auf ein Quartier, einen Stadtteil und nicht pädagogisch auf einzelne Individuen richtet. Sie arbeitet mit den Ressourcen des Stadtteils und seiner Bewohnerinnen und Bewohner, um seine Defizite aufzuheben.

Dabei wird in der Fachwelt Gemeinwesenarbeit  neben der sozialen Gruppenarbeit und der Einzelfallhilfe als eine der drei grundlegenden Arbeitsprinzipien der Sozialen Arbeit bezeichnet. Sie nimmt Sozialräume (Nachbarschaften, Stadtteile und Gemeinden) zum Gegenstand sozialer Intervention und ist – im Gegensatz z.B. zu Bürgerinitiativen – eine Tätigkeit von professionellen, dafür bezahlten Fachkräften.

Sie setzt an den Fähigkeiten der Menschen an und nicht an ihren Defiziten. Ihr Ziel ist die Verbesserung der Lebensbedingungen der Menschen im Wohngebiet, vor allem der benachteiligten Bevölkerungsgruppen.

Hierzu gehören vielerorts auch Menschen mit Behinderungen bzw. ihre Familien. Denn Familien mit behinderten Angehörigen befinden sich auch heute noch in einer starken Belastungssituation, die gekennzeichnet ist durch eine veränderte Lebensplanung der Familie bzw. die Verarbeitung der Behinderung. Viele Familien geraten dadurch in eine soziale Isolation. Es fällt oftmals schwer, neben den Aufgaben der Pflege und Betreuung des behinderten Angehörigen, eigene persönliche und berufliche Interessen bzw. Pflichten wahrzunehmen.

Trotz des zum 1. Juli 2001 in Kraft getretenen »Rechtes
zur ... Teilhabe behinderter Menschen« (SGB IX) ist auch die Integration für Menschen mit Behinderung selbst in das gesellschaftliche Leben nach wie vor sehr schwierig. Noch immer stoßen Menschen mit Behinderung auf Ablehnung bei dem Versuch, sich am gesellschaftlichen Leben zu beteiligen, am häufigsten allerdings erleben sie eine Unsicherheit im Umgang mit ihnen.

Es ist einleuchtend, dass der Weg zu gegenseitiger Akzeptanz und zu einer möglichen Partnerschaft umso erfolgreicher ist, je näher man miteinander in Beziehung tritt. Aus diesem Grunde sollen Rahmenbedingungen geschaffen werden, die eine lebensnahe Unterstützung von Menschen mit und ohne Behinderung bieten können. So können alle Beteiligten unterschiedlichen Alters konkret erleben, dass es normal ist verschieden zu sein und können trotz unterschiedlicher Kompetenzen gleichberechtigt miteinander leben lernen. Toleranz und Achtung vor dem anderen entwickeln sich so selbstverständlich.

 

 

Letzte Aktualisierungen auf dieser Seite der Website: 08.06.2017

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