Woh­nen bedeu­tet mehr als nur ein Dach über dem Kopf zu haben. Woh­nen umfasst ein Gefühl – ein Lebens­ge­fühl. Der rich­ti­ge Wohn­ort stimmt gebor­gen, zufrie­den und glück­lich. Er ist Rück­zugs­ort und Begeg­nungs­stät­te zugleich. Er bil­det unser Zuhau­se. Das Wohl­erge­hen aller Nutzer/-innen lei­tet seit jeher die Arbeit der Lebens­hil­fe Neuss. Nach über zehn Jah­ren inten­si­ver Vor­be­rei­tungs­ar­beit haben wir hier einen wei­te­ren bedeu­ten­den Mei­len­stein gesetzt: Im Okto­ber 2025 wur­de das Wohn­an­ge­bot voll­stän­dig auf sozi­al­raum­ori­en­tier­tes Arbei­ten umge­stellt. Ein Wan­del, der Teil­ha­be neu defi­niert.

Ein Para­dig­men­wech­sel

Schon lan­ge war klar: Die Zukunft der Ein­glie­de­rungs­hil­fe liegt im Sozi­al­raum. Das for­dert nicht nur das Bun­des­teil­ha­be­ge­setz (BTHG), es ent­spricht auch unse­rer tie­fen Über­zeu­gung.

„Ech­te Teil­ha­be ist im Gemein­we­sen ver­an­kert“, erklä­ren Geschäfts­füh­re­rin Gesi­ne Eschen­burg und Corin­na Rulfs-Dreyer, Bereichs­lei­tung Woh­nen. „Es geht dar­um, die Ange­bo­te aus der Nach­bar­schaft und dem Stadt­teil zu nut­zen und die indi­vi­du­el­len Stär­ken der Men­schen als Basis für Inklu­si­on zu sehen.“

Fünf Hand­lungs­prin­zi­pi­en als Fun­da­ment

Das sozi­al­raum­ori­en­tier­te Arbei­ten basiert auf fünf zen­tra­len Hand­lungs­prin­zi­pi­en:

  • Ori­en­tie­rung am Wil­len der Nutzer/-innen
  • Res­sour­cen­ori­en­tie­rung (Fokus­sie­rung auf vor­han­de­ne Stär­ken, Fähig­kei­ten und Poten­zia­le von Men­schen mit Behin­de­run­gen anstatt auf Defi­zi­te und Pro­ble­me)
  • Empower­ment
  • Par­ti­zi­pa­ti­on
  • Netz­werk­ori­en­tie­rung Kom­plex gefasst

Was bedeu­tet das kon­kret?

Wir haben Neuss in sechs Sozi­al­räu­me auf­ge­teilt: Furth Nord, Furth Süd, Bau­er­bahn, Gna­den­tal, Weck­ho­ven und Aller­hei­li­gen.

In jedem die­ser Gebie­te bün­delt ein fes­tes Team, bestehend aus Sozi­al­raum­lei­tung und Teamkoordinator(inn)en, alle Unter­stüt­zungs­leis­tun­gen. Die alte Tren­nung zwi­schen Ambu­lant Unter­stütz­tem Woh­nen (UWO) und Beson­de­ren Wohn­for­men (Wohn­häu­ser) ist damit auf­ge­ho­ben. „Für die Men­schen, die wir beglei­ten, bedeu­tet das: Die ver­trau­te Assis­tenz bleibt, wird aber noch pass­ge­nau­er und stär­ker am per­sön­li­chen Wil­len aus­ge­rich­tet“, betont Corin­na Rulfs-Dreyer.

Erfolg­reich erprobt, kon­se­quent umge­setzt

Die­sen gro­ßen Schritt sind wir nicht unvor­be­rei­tet gegan­gen. Schon im Mai 2024 haben wir in unse­rem Pilot­pro­jekt in Weck­ho­ven wert­vol­le Erfah­run­gen gesam­melt. Anfang 2025 folg­te Aller­hei­li­gen. Die posi­ti­ven Rück­mel­dun­gen haben gezeigt: Der Weg ist rich­tig! Seit Okto­ber decken wir nun das gesam­te Stadt­ge­biet mit die­ser neu­en, teil­ha­be­ori­en­tier­ten Struk­tur ab.

Die­ser Wan­del ist mehr als eine orga­ni­sa­to­ri­sche Ver­än­de­rung. Er ist unser kla­res Bekennt­nis zu einer moder­nen Leis­tung, die den Men­schen in den Mit­tel­punkt stellt. Gemein­sam gestal­ten wir eine Zukunft, in der Selbst­be­stim­mung und das Gefühl, wirk­lich dazu­zu­ge­hö­ren, für alle zur geleb­ten Rea­li­tät wer­den.